Eigentlich ist deine Frage gar keine Frage, sondern eine Situation, die du dann erst in eine Frage umwandeln musst. Das ist meistens gar nicht so einfach und deswegen kann es sein, dass du es erst gar nicht versuchst.
Deswegen habe ich dir hier eine Anleitung geschrieben, damit es für dich leichter ist und auch für mich. Ich muss dich dann nicht mit meinen Rückfragen nerven. Mit dieser Anleitung erstellst du die Frage, den Satz, den ich deuten kann.
Die Frage kostet dich nichts. Ist deine Frage gar nicht deutbar (ja, das gibt es), dann sage ich dir das VORHER. Du zahlst nichts.
Warum die Frage so wichtig ist (die Geburt der Frage)
Eine Frage wird in dem Moment geboren, wo ich diese wirklich verstanden habe. Ich lese sie und ich denke: „Was genau ist denn nun die eigentliche Frage?“ Ich werde nachfragen und erst wenn es bei mir „Klick“ gemacht hat und ich deine Frage vollumfänglich verstanden habe, ist die Frage sozusagen geboren. Das ist die Zeit, die ich benötige, um deine Frage zu beantworten.
Am besten gehst du so vor:
Schritt 1: Schreib deine Situation auf
Notwendig: zur Ruhe kommen, darüber nachdenken, vielleicht darüber schlafen und nicht gleich dich in Panik versetzen. Meine Oma hat immer gesagt: „Kind, reg dich nicht auf, vieles erledigt sich von allein.“
Schritt 2
Schreibe dein ganzes Chaos auf, aber alle Details, Vorgeschichten und Zusatzinformationen sind nur Beiwerk. Du willst doch eigentlich nur wissen, ob dein Schatz wieder zurückkommt oder ob du den Job auch wirklich bekommst. Das ganze Theater drumherum hilft nicht weiter. Du willst nur eines wissen: Klappt das oder nicht? Und genau das, nur das, benötige ich zum Deuten. Warum die Katze weggelaufen ist oder die Bank sich ewig Zeit lässt, dir den Kredit zuzusagen oder auch nicht usw., das brauchen wir für eine Frage nicht.
Schritt 3: Durcheinander im Kopf, zwei Fragen in einer
Beispiel 1
Du hast dich für eine neue Wohnung beworben und weißt jetzt nicht, ob du auch die Zusage bekommst. Du weißt auch nicht, ob du deine jetzige Wohnung schon kündigen sollst, um doppelte Miete zu sparen. Du willst also beides wissen, denn letztlich willst du ja nicht doppelte Miete bezahlen. Also, was soll ich tun? Es sind hier zwei Fragen versteckt:
A: (Das Ereignis): „Bekomme ich die neue Wohnung?“
B: (deine Entscheidung): „Soll ich meine alte Wohnung kündigen?“
Du brauchst aber nur die Antwort A (bekomme ich die Wohnung?).
Ist die Antwort „Ja“, kündigst du deine alte Wohnung und die Frage B erübrigt sich somit.
Ist die Antwort ein Nein, erübrigt sich die Frage B, denn du bleibst in deiner alten Wohnung und suchst weiter. Ein vorzeitiges Kündigen wäre fatal gewesen.
Beispiel 2
In deiner Beziehung kriselt es heftig. Du überlegst, dich zu trennen. Jetzt weißt du nicht, ob du alleine klarkommst und ob du überhaupt eine neue Wohnung findest? Beides schwebt dir im Kopf herum. Soll ich ausziehen oder es noch einmal versuchen? Auch hier stecken wieder zwei Fragen auf einmal.
A: (Die Beziehungsqualität): Hat unsere Partnerschaft überhaupt noch eine Zukunft?
B: (Die Wohnungssuche): Werde ich eine neue, bezahlbare Wohnung finden?
Wir fragen nicht beides, sondern überlegen uns, welche Frage die richtige ist. Je nachdem, welche Antwort kommt, erübrigt sich die andere Frage. Zeigt das Horoskop bei „Partnerschaft“, dass die Beziehung noch tiefe, rettbare Substanz hat, und die Antwort lautet „JA“, entfällt die Wohnungssuche. Ist die Antwort „Nein“, die Beziehung funktioniert nicht, dann erst wird die Frage einer neuen Wohnung zu einer neuen Hauptfrage.
Beispiel 3
Du möchtest dich selbstständig machen und eine Praxis eröffnen. Du weißt aber nicht, ob auch genug Leute in deine Praxis kommen werden und ob du deinen Job kündigen sollst. Auch hier wieder dir überlegen, welche Frage zuerst beantwortet werden soll.
Wenn du das nächste Mal vor einer Frage stehst, frage dich immer: „Welches Ereignis muss im Außen zuerst eintreffen, damit meine eigene Entscheidung überhaupt einen Sinn ergibt?“
Beispiel 4
Deine Frage ist offen: Wenn du dich längst entschieden hast und du nur eine Bestätigung suchst, benötigst du keine Deutung.
Schritt 4: Prüf deine Frage gegen diese Liste
Streich sie durch und formulier neu, wenn einer der Punkte zutrifft.
Sie enthält ein „und“. „Soll ich die Wohnung kaufen und schaffe ich die Finanzierung?“ sind zwei Fragen. Nimm die erste.
Sie fängt mit „Warum“ an. „Warum meldet er sich nicht?“ ist keine Frage nach einem Ereignis, sondern nach einem Motiv. Besser: „Meldet er sich noch?“
Sie ist eine Wunschfrage. „Wie bringe ich meinen Vermieter dazu, zu verlängern?“ fragt nach einem Weg, den du dir wünschst. Besser: „Verlängert mein Vermieter den Vertrag.“
Sie hat keinen Zeitrahmen. „Werde ich jemals eine eigene Firma haben?“ ist zu weit. Besser: „Soll ich mich dieses Jahr selbstständig machen?“
Sie ist eine Charakterfrage. „Ist er ehrlich zu mir“ beschreibt eine Person, kein Ereignis. Besser: „Sagt er mir die Wahrheit über den Verkauf des Autos.“
Du hast sie schon einmal gestellt. Dieselbe Frage ein zweites Mal zu stellen, weil die Antwort nicht gefiel, funktioniert nicht. Hat sich die Lage wirklich verändert, ist es eine neue Frage.
Schritt 5: So sieht eine fertige Frage aus
Aus einer Situation wird ein Satz.
Situation: Seit Monaten Streit im Team, der Chef deckt die Kollegin, ich habe mich woanders beworben und warte seit drei Wochen auf Antwort.
Frage: Bekomme ich die Stelle, auf die ich mich beworben habe.
Situation: Wir wollen umziehen, haben eine Wohnung gefunden, aber vierzig Bewerber, und ich mache mir keine Hoffnung.
Frage: Bekommen wir die Wohnung in der Musterstraße.
Situation: Der Handwerker hat kassiert und lässt sich nicht mehr blicken, das Bad ist halb fertig.
Frage: Macht der Handwerker die Arbeit fertig.
Situation: Ich denke seit einem Jahr über die Selbstständigkeit nach, habe Rücklagen, aber traue mich nicht.
Frage: Soll ich mich zum Jahresende selbstständig machen.
Du siehst: kurz, ein Satz, ein Thema, ein Ergebnis, das man später überprüfen kann.
Was du mitschicken sollst
Zwei Dinge:
Deine Frage in einem Satz. Der Satz, den du in Schritt 5 gebaut hast.
Ein paar Sätze zur Lage. Wer beteiligt ist, worum es geht, was du schon versucht hast. Das benötige ich, um im Horoskop die richtigen Rollen zu vergeben. Ohne diesen Zusammenhang kann ich zum Beispiel nicht unterscheiden, ob mit dem „sie“ deine Schwester oder deine Vermieterin gemeint ist.
Ein bis zwei Absätze genügen. Es muss nicht schön geschrieben sein.
Was du nicht mitschicken musst
Geburtsdaten. Ich benötige keine Geburtsuhrzeit.
Namen von Dritten. „Mein Bruder“ oder „mein Vermieter“ ist gar kein Problem. Ich meine damit, welche Rolle jemand hat.
Keine ellenlangen Vorgeschichten. Was vor vielen Jahren war, das ändert an der Deutung nichts.
Welche Fragen ich nicht annehme
Gesundheitsfragen. Dafür gibt es Ärzte. Ich stelle keine Diagnosen und mache keine Prognosen über Krankheiten.
Fragen nach dem Tod. Weder nach dem eigenen noch nach dem anderer Menschen.
Fragen über Dritte, die davon nichts wissen. Was jemand insgeheim denkt, plant oder tut, ist seine Sache. Ausgenommen sind Fragen, bei denen die andere Person unmittelbar mit dir zu tun hat, etwa als Vertragspartner, Vermieter oder Arbeitgeber.
Fragen, die eine Rechts- oder Finanzberatung wären. Ich sage dir, ob ein Vertrag zustande kommt. Ich sage dir nicht, ob du ihn unterschreiben darfst.
Bist du dir nicht sicher, schick es mir einfach.
Du willst vorher sehen, wie eine fertige Deutung aussieht? Lies die Beispieldeutung.
